Anilin


Anilin

Anilīn, Phenylamin, Amidobenzol, eine im Steinkohlenteer enthaltene aromatische Base, in reinem Zustand farblose, ölige, eigentümlich aromatisch riechende Flüssigkeit von 1,038 spez. Gewicht, verflüchtigt sich schon bei gewöhnlicher Temperatur, wenig mit Wasser, leicht in Äther, Alkohol und Ölen löslich. Dem Lichte und der Luft ausgesetzt, färbt es sich braun und verharzt. A. ist ein starkes Gift (s. Anilinvergiftung). Seine Salze sind farblos, in Wasser leicht löslich und fast alle kristallisierbar, röten sich aber an der Luft und in Berührung mit der inkrustierenden Substanz der Holzfaser (schwefelsaures A. daher zum Nachweis von Holzschliff in Papier dienend). Salzsaures A. als Anilinsalz in Massen in der Farbtechnik verbraucht. Charakteristisch ist die blaue Färbung des A. durch unterchlorigsaure Salze. Das A. wird durch Reduktion von Nitrobenzol (mit Eisen und Salzsäure) im Großen gewonnen. Bei der Oxydation von reinem A. (Blauöl) entsteht Anilinschwarz; reines A. dient ferner zur Darstellung von Azofarbstoffen und von Anilinblau aus Rosanilin. Rote Farbstoffe (Mauveïn, Fuchsin, Safranin) erhält man bei der Oxydation eines Gemisches von A. mit Toluidinen (Rotöl). Diese Farbstoffe waren die ersten künstlichen Teerfarbstoffe, nach denen früher alle künstlichen Farbstoffe Anilinfarben genannt wurden. – Vgl. Heumann (4 Tle., 1888-1903), Walter (1903).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • Anilin — (Anilinum, Anil, Amidobenzol, Phenylamin) gehört zu den aromatischen Basen und besitzt die Zusammensetzung C6H5 ∙ NH2. Es ist eine der wichtigsten und technisch bedeutendsten Verbindungen der organischen Chemie, da es das Ausgangsmaterial… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Anilin — Sn (ein Farbstoff) per. Wortschatz fach. (18. Jh., Form 19. Jh.) Neoklassische Bildung. Zunächst wird im 18. Jh. aus frz. anil (aus arab. an nīl Indigo über port. anil) ein selten bezeugtes Anil entlehnt. Der Farbstoff war als Indigo (gr.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Anilīn — (Chem.), so v.w. Phenylamin …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Anilīn — (Amidobenzol, Phenylamin, Aminophen) C6H7N oder C6H5.NH2 findet sich im Teer der Steinkohlen (0,3–0,5 Proz.), des Torfes und der Knochen, entsteht bei Destillation des Indigos mit Ätzkali oder der Amidobenzoesäure mit Kalk, beim Erhitzen von… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • anilin — anìlīn m <G anilína> DEFINICIJA kem. C6H5NH2, aminobenzen, bezbojna uljasta tekućina karakterističnog mirisa; važna za dobivanje anilinskih boja i lijekova ETIMOLOGIJA v. anil …   Hrvatski jezični portal

  • Anilin — Strukturformel Allgemeines Name Anilin Andere Namen Aminobe …   Deutsch Wikipedia

  • Anilin — Ani|lin 〈n. 11; unz.〉 Ausgangsstoff für viele Farb , Kunststoffe u. Arzneimittel, chem. Phenylamin, Aminobenzol [zu Anil (Indigopflanze in Indien) <arab. an nil „das Blaue“ <ind. nila „blau“] * * * A|ni|lin [arab. an nil = Indigopflanze (A …   Universal-Lexikon

  • anilin — is., kim., Fr. aniline Benzenden türeyen bir amin Birleşik Sözler anilin boyalar …   Çağatay Osmanlı Sözlük

  • anilin — a|ni|lin sb., en el. et, er, erne (en væske som bl.a. bruges til fremstilling af farvestoffer), i sms. anilin , fx anilinfarve …   Dansk ordbog

  • Anilin — Tjæreprodukt til fremstilling af anilinfarver …   Danske encyklopædi